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Alt 23.08.2006, 13:31   #1
lumpi
Erfahrener Benutzer
 
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Registriert seit: 16.08.2006
Beiträge: 965
Standard Spielerei mit Ebenenmasken- Für Anfänger geeignet

Hallo,


ich will in folgender kleinen Spielerei einmal zeigen, wozu Ebenenmasken alles verwendet werden können, und hoffe, Neueinsteiger gleichzeitig ein wenig die Scheu im Umgang mit diesen „mysteriösen Dingern“ zu nehmen.
Ebenenmasken sind nun wirklich ganz einfach, wenn man erst mal das Prinzip verstanden hat. Irgendwann wendet man sie ganz automatisch an, ohne groß darüber nachzudenken.

Zum Besseren Verständnis hier noch der link zu Eleanoras Gimpwerkstatt und eine sehr sehr gute Erklärung von Libella.



Ausgangsmaterial für meine Spielerei sind zwei Fotos meines Wohnzimmerfensters. Zugegeben, die Fotos sind qualitativ nicht berauschend. Ich habe Freihand geknipst und auch keinen besonderen Wert auf die Belichtungseinstellung gelegt. Normalerweise müsste man hierbei mit Stativ arbeiten und den Blitz abstimmen. Aber für meine kleine Spielerei reichen die Fotos allemal...


Foto 1: Fenster mit geschlossenen Vorhang





Foto 2: Fenster mit geöffneten Vorhang.









Mein Ziel ist es, beide Bilder so miteinander verbinden, dass die Illusion entsteht, dass sich der Vorhang partiell auflöst und der Hintergrund durchscheint. Ähnlich ist es bei diesen knallbunten Werbebroschüren, in denen sich die Karosserie eines Autos scheinbar auflöst und den Blick auf die Innenausstattung freigibt.


Schritt 1: (Fotos aneinander anpassen)


Ich öffne das Foto mit dem geschlossenen Vorhang und dupliziere die Ebene.
(Rechtsklick auf die Ebene im Ebenendialog: „Ebene duplizieren“)





Nun ziehe ich das Bild mit dem geöffneten Vorhang in mein Ausgangsbild. Am einfachsten geht indem ich mit der Maus die Miniaturansicht des zweiten Bildes festhalte und es in das erste Bild ziehe.
Natürlich kann ich auch das zweite Bild ausschneiden und als neue Ebene in das erste Bild einfügen.







Nun muss ich beide Bilder möglichst genau übereinanderlegen. Dazu hilft mir ein kleiner Trick:
Ich setze die Deckkraft (Schieberegler im Ebenendialog) der oberen Ebene auf 50 Prozent. Dadurch scheint das untere Bild durch und ich kann die obere Ebene (aktive Ebene-blau unterlegt) mit dem Schiebewerkzeug nach der unteren Ebene ausrichten.
Bin ich mit dem Ergebnis zufrieden, verkette ich alle Ebenen ineinander, um ein ungewolltes Verschieben zu verhindern. Dafür klicke ich im Ebenendialog auf das Kästchen neben dem Auge und ein Kettensymbol erscheint.







Schritt 2: (Ebenenmaske hinzufügen)


Nun füge ich der oberen (der „Vorhang auf“-Ebene) eine Ebenenmaske zu. Das ist ganz einfach:
Ich gehe im Ebenendialog auf die Ebene und klicke mit der rechten Maustaste an. Es öffnet sich nun ein Kontextmenü, in dem ich den Reiter. „Ebenenmaske hinzufügen“ wähle. Habe ich das getan, so öffnet sich einen neues Menü. Hier wähle ich die Option „Weiß-volle Deckkraft“.





An dieser Stelle mal ein paar Worte zu den Ebenenmasken:
Mit einer Ebenenmaske lege ich eine Schutzschicht über meine Ebene. In der Folge arbeite ich ausschließlich an der Maske, sprich an dieser Schutzschicht. Das darunterliegende Bild wird von all diesen Arbeiten solange nicht betroffen, bis ich die Make anwende bzw. mit der zu schützenden Ebene verschmelze.
In meinem Fall habe ich mich für eine weiße Ebenenmaske entschieden. Das bedeutet nichts weiter, als dass das komplette Bild auf dieser Ebene durch eine Schutzschicht (für mich ist sie momentan noch farblos) gesichert ist. Es ist, als ob man eine durchsichtige Lackschicht auf das Bild aufträgt.
Nun kann ich die Schutzschicht bearbeiten. Mit schwarzer Farbe löse ich sie ganz auf, mit weißer Farbe füge ich eine neue Lackschicht hinzu. Das Geniale dabei ist, dass ich nur die Maske bearbeite, während die eigentliche Bildebene geschützt ist. Ich kann also immer und immer wieder korrigieren, solange, bis ich mit meinem Endergebnis zufrieden bin.
Habe ich beispielsweise an einer Stelle zuviel Schutzschicht weggenommen, so kann brauche ich nur weiße Farbe zu nehmen, und die Schutzschicht erneut auftragen.
Zusätzlich kann ich die Schutzschicht auch nur teilweise entfernen, so das sie nur halbdurchlässig wird. Und genau diesen Effekt mache ich mir bei meiner Spielerei zu nutze...







Schritt 3: (Pfad erstellen)



Ich habe nun eine weiße Ebenenmaske hinzugefügt. Im Ebenendialog erscheint nun neben dem Miniaturbild der Ebene die Miniaturansicht der Maske. Da diese Maske ja „weiß“ ist, sprich volle Deckkraft hat, erscheint die Miniaturansicht selbstverständlich auch weiß.
Ein Klick auf diese Miniaturansicht und die Maske ist aktiv. Sie ist weiß umrandet, während die Bildebene einen schwarzen Rand bekommt. Folglich führe ich alle Arbeiten auf dieser Ebene ausschließlich an der Maske aus.


Nun erstelle ich mit dem Pfadwerkzug einen Pfad. Hierfür wähle ich im Wergzeugeinstellungsdialog die Option: „Design“.


Nun beginne ich einen Pfad zu ziehen. Ich umrande das Fenster innerhalb des Vorhanges, indem ich an allen Ecken Punkte setze. Diese Punkte werden dann automatisch mit einer Linie verbunden. Den letzten Punkt setze ich möglichst nahe meines Ausgangspunkt. Das Ganze dürfte dann in etwa so aussehen:





Nun wähle ich im Werkzeugeinstellungsdialog (Hilfe! was für ein Unwort!) die Option: „Pfad aus Auswahl“. nun erscheint entlang des von mir erstellten Pfads eine gestrichelte Linie, die sich bewegt. Diese Linie wird als „runnig ants“ (laufende Ameisen) bezeichnet.





Schritt 4: (Ebenenmaske bearbeiten)




Jetzt wähle ich das Verlaufswerkzeug und fülle die Auswahl mit einen Farbverlauf.
Wenn ihr euch noch erinnert:
Mit schwarzer Farbe ätze ich die Schutzschicht weg, mit weißer Farbe füge ich sie hinzu. Der von mir gewählte Farbverlauf gearantiert mir, dass in der Mitte am meisten schwarze Farbe aufgetragen wird, während sie sich zum Rand hin immer mehr verläuft. Dadurch ist die von mir weggeätzte Schutzschicht in der Mitte am dünnsten, während sie zu den Rändern hin immer mehr zunimmt. Hierduch erreiche ich die von mir gewünschte Transparenz.
Praktisch wird das Verlaufswerkzeug so angewendet:
Ich wähle den Farbverlauf „Vordergrundfarbe (VG) nach Hintergrundfarbe (HG)“. Schwarz ist bei mir im Vordergrund und Weiß im Hintergrund. also geht mein Farbveraluf auch von schwarz nach weiß.
Als Verlaufsform wähle ich die Option „Formangepasst“.
Nun gehe ich mit der Maustaste in die Mitte meine Auswahl und ziehe mit gedrückter Maustaste eine Linie zum Rand meiner Auswahl hin. Lasse ich die Taste los, beginnt der Farbverlauf.
Hat alles geklappt, müsste das Ergebnis so aussehen:





Nun kann man auch im Ebenendialog erkennen, dass ein Teil der weißen Ebenenmaske weggeätzt ist. Praktisch bedeutet das, dass bei Anwendung der Maske Teile der oberen Ebene, der „Vorhang zu“-Ebene“ weggenommen wurden, so dass die darunterliegende Ebene, die „Vorhang auf“-Ebene sichtbar wird.
Das Gesamtbild wird also so aussehen:





Nun wähle ich mir noch einen möglichst großen Pinsel (in meinem Fall, einen von mir erstellten Pinsel) mit weichen Rändern. Im Werkzeugeinstellungsdialog (Langsam beginne ich dieses Wort zu hassen!) wähle ich eine Deckkraft von ca. 40 Prozent und beginne nun meine Maske nachzuarbeiten. Da alle Ebenen sichtbar sind (Augensymbol) kann ich auch erkennen, welche Auswirkungen meine Nachbearbeitung auf die Maske hat.
Mein Ziel ist es, den freigestellten Bereich zu vergrößern, ohne dass die Illusion des fließenden Übergangs verloren geht.
Bin ich mit dem Endergebniss zufrieden, wende ich die Ebenenmaske an (Rechtsklick im Ebenendialog „Maske anwenden“) und füge mein Bild zusammen.







Schritt 5. (zusätzliche Spielerei)

Das war das Grundprinzip.
Zusätzlich kann ich natürlich auch noch ein wenig zaubern. Beispielsweise kann ich den Hintergrund in Schwarz-Weiß halten.
Wie das geht, zeigt dieses Bild:





Ich habe die „Vorhang auf“-Ebene kopiert, so dass die Kopie unmittelbar unter die „Vorhang zu“-Ebene liegt. Dann wähle ich „Ebenen-Farben-Entsättigen“ und erhalte eine Schwarz-Weiß-Aufnahme.


Alternativ kann ich auch die „Vorhang auf“-Ebene entfärben. Das klappt allerdings nur dann, wenn die Ebenenmaske schon angewendet wurde, ansonsten muss ich „Ebenen-Farbe-Farbtonsättigung“ meine Ebene per Hand entsättigen.


Als Endergebnis könnte dann die Spielerei in etwa so aussehen:






Und vom Größenwahn durchfressen, gebe ich diesem Bild den hochtrabenden Namen. "The world outside my window"... *ggg*





Viel Spaß!


lumpi

Geändert von lumpi (22.01.2007 um 23:44 Uhr)
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