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Alt 01.01.2007, 20:16   #1
Libella
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Blinzeln Jeans - ein Schnittmusterbogen fuer Gimp-Suechtige

Hallo und willkommen zum Jeanstutorial. Ha, das beste Tutorial des Jahres! - Bis jetzt...

Immer schon mal Lust gehabt, Monitorteile mit coolem Jeansstoff zu beziehen? Leider bringt das Probleme mit sich, weil Jeansstoff ziemlich blickdicht ist und man darunter nix mehr erkennen kann. Hier die Loesung: digitale Jeans mit Gimp!

Das Tutorial ist ein bisschen was komplexer, deshalb sind die einzelnen Schritte nur sparsam beschrieben. Du solltest dich mit den Grundfunktionen also schon einigermassen gut auskennen, bevor du es ausprobierst. Und weil es ein bisschen was laenger ist, solltest du dir so knapp eine Stunde dafuer Zeit nehmen und es, bevor du loslegst, vielleicht einmal komplett durchlesen.

Hinweise vorweg:
Sollten bei einem Werkzeug oder einem Filter genaue Angaben ueber Einstellungen fehlen, benutz den Standard. Oft ist es egal. Oder probier auch ruhig ein wenig herum!


Zu allererst schau dir auf die Hose. Natuerlich nur, wenn du eine Jeans traegst. Falls nicht, musst du wohl oder uebel jemand anderem auf die Jeans schauen. Es ist ratsam, dabei ein wenig diskret vorzugehen, sonst haelt man dich womoeglich fuer einen Sittenstrolch oder einen Spinner.

Schau dir die Hose genau an, den Stoff, die Naehte, die Nieten oder Knoepfe. Das werden wir gleich brauchen. Achte besonders auf die Struktur des Jeansstoffes an sich. Was auf den ersten Blick wie einfarbig blau/schwarz/braun/etc. erscheint, ist eigentlich diagonal gestreift. Und auch diese Streifen sind nicht einfarbig. Die hellen und die dunklen Streifen bestehen aus senkrechten Faeden, die unterschiedlich hoch im Stoff liegen. Und auch diese Faeden sind nochmal zusammengesetzt aus kleinen Stichen von zu Garn gezwirbelten Fasern, aber, bevor du jetzt dein Rasterelektronenmikroskop aus der Abstellkammer holst: diese Detailtiefe lassen wir einmal weg. Bleiben wir bei den senkrechten Faeden. Vereinfacht kann man sagen, dass jeweils immer ein senkrechter heller Faden ueber einem senkrechten dunkleren Faden liegt und sich das nach oben und unten immer wiederholt. Nach links und rechts wiederholt es sich auch, allerdings, weil das ganze diagonal ist, stufenfoermig versetzt. Die Idee ist jetzt, dass wir dieses Einzelteil, welches sich immer wiederholt, in Gimp nachbasteln und uns daraus meterweise Jeansstoff zusammenkopieren.

Teil 1: Der Webstuhl - ein Pattern fuer die Jeanstextur

Oeffne ein neues Bild aus Gimp und fuege eine neue, transparente Ebene names "Fadenebene" hinzu. Nimm ruhig eine mittelgrosse Vorlage fuer das Bild (300x300 Pixel oder so), denn was zuviel ist, schneiden wir hinterher einfach weg. Schnapp dir den Bleistift, als Brush nimm "pixel 1x1" und zeichne mit schwarz die Umrisse des senkrechten hellen Fadens und darunter des senkrechten dunklen Fadens auf der Fadenebene ein. Mach das Element drei Pixel breit (und der Einfachheit halber mach es in einer Hoehe, die durch vier teilbar ist). Bei mir sieht das ungefaehr so aus:
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Hinweis: Die exzessive Ebenenbenennerei in diesem Tutorial muesst ihr nicht mitmachen, wenn ihr auch so den Ueberblick behalten koennt!

Den seitlichen Rand habe ich nur rechts gezeichnet, weil der ohnehin nur einen Pixel breit ist und sich somit wiederholt. Den unteren Rand hab ich eingezeichnet, weil diese Begrenzungslinie zwei Pixel breit wird. Siehst du die Hilfslinien am oberen und unteren Rand? Zieh dir auch welche ins Bild! An diesen beiden Hilfslinien ziehst du jetzt eine rechteckige Auswahl guertelfoermig quer ueber das ganze Bild und schneidest das Bild darauf zu.

So, jetzt haben wir das Element einmal, aber wir brauchen es ja wiederholt. Einfaches kacheln reicht da nicht, denn wir muessen noch den Versatz mit hineinbringen. Dupliziere die Fadenebene und bei Fadenebene-Kopie (dem Duplikat) waehle Ebene -> Transformation -> Versatz um x=3 und y=4 Pixel. Dabei Kantenverhalten auf Standardwert (Falten) lassen!
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Das Duplikat (hier rot hervorgehoben) landet korrekt neben dem urspruenglichen Element.

Vereinen wir Fadenebene-Kopie nach unten mit Fadenebene und wiederholen das Duplizieren und den Versatz, allerdings diesmal um die doppelte Hoehe und Breite (x=6, y=.

Langsam erkennst du sicher, wie es weiter geht. Einfach so lange weiter duplizieren, Versatz, vereinen, bis genuegend Faeden vorhanden sind, um daraus ein kachelbares Muster zu erstellen. Bei mir wars nach einem weiteren Schritt bereits soweit.
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Wenn man nicht drauf geachtet hat, die Hoehe in einem Vielfachen des senkrechten Versatzes zu erstellen, kanns schon ein wenig laenger dauern. Siehst du die senkrechten Hilfslinien? Das ist die Grenze, ab wann sich das Muster wiederholt. An diesen Hilfslinien ziehe jetzt eine rechteckige Auswahl ueber die komplette Hoehe des Bildes und schneide das Bild darauf zu.

Als Zwischenschritt kannst du die weisse Hintergrundebene ausblenden und eine Kopie des Bildes schonmal als Pattern speichern - falls du das Gefuehl hast, du kannst das nochmal gebrauchen.

Um halbwegs realistischen Jeansstoff zu machen, sollten wir das Muster aber noch etwas verfeinern. Blende die weisse Hintergrundebene wieder ein und dupliziere sie. Vereine die Fadenebene mit der Hintergrund-Kopie und nenne sie "Muster".

Such dir eine Farbe fuer den Stoff aus. Das ist zwar nicht zwingend notwendig, aber so faellt das Vergleichen (und das Bumpmappen) einfacher. Waehle vielleicht ein nicht zu quietschiges (nicht ganz gesaettigtes) Blau und fuelle damit die Hintergrund-Ebene.

Weil das Muster fuer realistischen Jeansstoff eine Spur zu pixelig und hart ist, zeichne die Muster-Ebene weich. Denk daran, den kachelbaren Weichzeichner zu nehmen. Wir wollen hier ein kachelbares Muster erstellen! Ein Radius von einem Pixel reicht aus.

Aktiviere die Hintergrund-Ebene und benutze Bumpmap (Filter -> Abbilden -> Bumpmap). Als Bumpmap waehlst du die Muster-Ebene aus. Lasse "Verdunkelung kompensieren" eingeschaltet und "Bumpmap invertieren" ausgeschaltet, aber aktiviere unbedingt "Bumpmap kacheln"! Bei den Schiebereglern experimentier halt ein wenig herum, ich hatte gute Ergebnisse mit (von oben nach unten 45, 45, 2, 0, 0, 0, 0.

Um den Kontrast ein bisschen zu verbessern und den Stoff lebhafter zu machen, mach die Muster-Ebene sichtbar, setz ihren Ebenenmodus auf "harte Kanten" und setz ihre Deckkraft herunter (etwa auf 30).

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So, Zeit fuer einen Test des Jeansstoffes. Speicher das Bild im Patternordner mit einem sinnigen Namen.pat ab und lade die Patterns neu. Dann schau dir das Pattern in Aktion an. Wenn dir etwas nicht gefaellt, kannst du noch nachbessern, bevor du das Bild schliesst. Oder speicher sicherheitshalber zusaetzlich als .xcf ab.

Wenn du zufrieden bist, kannst du das Bild schliessen und mit dem naechsten Teil des Tutorials fortfahren. Falls du Schwierigkeiten hattest, kannst du dir natuerlich auch direkt das fertige Muster hier herunterziehen.

-> GaleriebildGaleriebild

Teil 2: Der Schnittmusterbogen - ein Jeansbild zusammensetzen.

Ein simples Bild mit Jeansstoff beziehen koennen wir dank des Patterns schon ohne Schwierigkeit. Fuer einige kleine Grafiken, zum Beispiel einen Avatar oder eine kleine Signatur reicht das natuerlich aus, besonders wenn man das noch mit etwas rauschen, dem Wolkenfilter oder einer zweiten, ueberlagerten Textur kombiniert. Arg interessant ist das fuer groessere Bilder (Wallpaper, Webseite, etc.) aber nicht. Die noetige Abwechslung koennen wir einbringen, indem wir das Bild aus mehreren Teilen zusammensetzen. So koennen wir auch reizvolle Naehte und Uebergaenge einbringen.

Ueberlegen wir uns einen Bildaufbau. Wir koennen dazu realistisch den Teil eines Kleidungsstuecks nachbauen oder abstraktere Formen zusammensetzen. Such dir etwas aus und skizzier das auf einer neuen, transparenten Ebene in einem neuen Bild ein.

Um fuer das Tutorial nicht bei einem irre grossen, zu verspielten Bild zu landen, hab ich mich hier auf drei halbabstrakte Teile beschraenkt.
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Wie man sieht, besteht mein Bild aus den drei Teilen A, B, und C. Dabei liegt C ganz hinten (im Ebenendialog spaeter ganz unten) und hat die Groesse des kompletten Bildes. A liegt ganz oben drauf und B liegt dazwischen.

Dupliziere die Hintergrundebene zweimal und nenne diese drei Ebenen von oben nach unten A, B und C. Erstelle den Umriss des gruenen B-Teilstuecks mit dem Pfadtool, mache aus diesem Pfad eine Auswahl und fuege der Ebene B eine Ebenenmaske (Auswahl) hinzu. Wiederhole das mit dem roten A-Teilstueck und der Ebene A.
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Tip: Wer Probleme hat, die Pfadepunkte ausserhalb der Ebenenraender zu manipulieren, was ja nur bei starkem Zoom heraus geht, sollte mal versuchen, die Leinwandgroesse zu erhoehen, und die Ebenen darin zu zentrieren. Man kann den "Ueberschuss" an den Raendern zum Schluss ja leicht wieder wegschneiden.

Sollte uns im Verlauf dieses Tutorials zum Beispiel durch Vereinen eine der beiden Ebenenmasken abhanden kommen, erstellen wir sie neu, mit der Option "Alphakanal der Ebene uebernehmen"! Die Ebenenmasken sind nicht ultranotwendig, aber sie sind sehr nuetzlich, besonders wenn man anfaengt, zu experimentieren, was immer eine gute Sache ist!


Wenn wir jetzt hingehen und die Ebenen A, B und C mit unserem Jeanspattern fuellen, dann passt ja wieder alles nahtlos zusammen. Das kannst du gerne mal ausprobieren. Wir koennen es aber realistischer aussehen lassen, wenn wir anstatt die Ebenen einfach zu fuellen ein neues, groesseres Bild erstellen, mit unserem Pattern fuellen, es komplett auswaehlen und dann auf unsere einzelnen Ebenen kopieren. Dabei koennen wir vor dem Verankern das Muster naemlich leicht verschieben, so dass die Stuecke nicht voellig nahtlos zusammenpassen.
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Beispiel der verschobenen Fuellung.

Hinweis: Man kann es noch realistischer machen, indem man das Muster vor dem Einfuegen skaliert oder rotiert, aber dazu muss man beachten, dass dabei das Muster nicht mehr Pixel auf Pixel passt und deshalb interpoliert wird. Dadurch verliert die Textur an Schaerfe. Je nach Bild kann das natuerlich gut aussehen, aber achtet dann darauf, alle Teile gleich oft und moeglichst in wenig Schritten zu verzerren, weil es sonst stark auffaellt. Einfaches Verschieben, spiegeln um die Hauptachsen und Rotieren um 90, 180 und 270 Grad lassen Pixel auf Pixel fallen, verursachen solche Verzerrung also nicht.

Vollends ueberzeugend sind unsere Uebergaenge aber noch nicht. Was fehlt sind Licht und Schatten. Mach A erstmal insgesamt etwas heller und C insgesamt etwas dunkler (Ebenen -> Farben -> Helligkeit und Kontrast). Geh dann zu Ebene C. Am Rand zu A und zu B muss der Stoff dunkler sein, weil er im Schatten liegt. Dazu nehmen wir das Airbrush-Tool mit einem weichen Pinsel, als Vordergrundfarbe schwarz und fahren mit niedriger Deckkraft den Rand zu A und B auf der Ebene C nach. Das kann man manuell machen oder man kann sich auch einen Pfad da hinlegen, den man nachfahren laesst. Vermutlich passen schon die Pfade, die wir als Begrenzung der Ebenenmaske genommen haben, wenn der Abstand zum Aussenrand hoch genug ist. Fuer Profis: C liegt tiefer unter A als unter B, also kann man den Schatten von A auf C breiter und weicher machen als den von B. Wiederhole das auf der Ebene B fuer den Schatten von A.

Jetzt das selbe noch einmal fuer hell: Mit weiss faehrst du die hellen Kanten nach, das ist fuer A die komplette rechte Kante und fuer B die Unterkante. Allerdings mach das diesmal mit einem Abstand von etwa zehn Pixeln zum Rand, das laesst den Stoff etwas dicker wirken.

Unser Uebergang sieht nun ausschnitthaft ungefaehr so aus:
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Schon viel besser! Wer so weit gekommen ist, kann sich getrost von seiner Skizzenebene trennen.

Eine weitere Art von Naehten gibt es, die ich euch auch nicht vorenthalten moechte. Statt dieser wuelstigen Aussennaehte sind die Stoffteile der Hosenbeine zum Beispiel mit Innennaehten verbunden. Von aussen sieht man da nicht viel, ausser einem dunklen Strich und links und rechts davon ist das Material ein wenig heller. Ziehen wir uns einen neuen offenen Pfad "Innennahtspfad" senkrecht mitten ueber die sichtbare Flaeche von C und setzen das um:

Erstelle eine neue, transparente Ebene ueber C und nenne diese Innennaht. Editier dir einen runden Vektorpinsel mit den Einstellungen Radius: 20, Haerte: 0,00, nimm als Vordergrundfarbe weiss und stell bei Airbrush volle Deckkraft ein. Fahre den Innennahtspfad auf der Ebene Innennaht nach mit dem Werkzeug Airbrush. Verkleinere dann den Brush auf Radius 9 und setze die Haerte hoch auf etwa ,40. Fahre den Pfad erneut nach, diesmal mit dem Radiergummi auf Standardwerten. Aendere wieder den Vektorbrush, indem du ihn noch kleiner und haerter machst und fahre erneut den Pfad nach, diesmal wieder mit dem Airbrush und zwar mit Vordergrundfarbe schwarz.

Sollte das etwa so aussehen, vereine die Ebene Innennaht mit C.
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Teil 3: Ran an die Naehmaschine - Stickereien und Naehte

Im Unterschied zu anderer Kleidung haben Jeansstuecke meistens auffaellige Doppelnaehte. Haeufig in orange. Es gibt auch oft mit dem selben Garn gestickte Dekorationselemente, zum Beispiel Schrift. So etwas basteln wir uns jetzt.

Lass uns auf B einen Schriftzug ziehen. Waehle dazu am besten eine schnoerkelige, aber nicht zu komplizierte Font aus. Auf www.dafont.com wirst du bestimmt fuendig. In dieser Schriftart schreibst du schoen gross mit einer beliebigen Farbe das Wort deiner Wuensche quer ueber den sichtbaren Teil von B - eine Textebene entsteht, die spassigerweise genau so heisst, wie das, was du geschrieben hast.

Erstelle eine neue, transparente Ebene ueber B und nenne sie Schriftzug. Wie bekommen wir jetzt auf die Schriftzugebene den Text der Textebene und noch dazu so, dass es so aussieht, als waers gestickt? Nichts einfacher als das! Mit Bearbeiten -> Auswahl nachziehen! Mach die Textebene aktiv und waehle Ebene -> Transparenz -> Auswahl aus Alphakanal. Mache die Ebene Schriftzug aktiv und waehle Bearbeiten -> Auswahl nachfahren. Diesmal fahren wir nicht mit einem Werkzeug nach, sondern benutzen die Nachzieheinstellungen: Die Linienbreite gibt die Dicke des Fadens an. Hier sollte 2 Pixel gut aussehen. Klicke auf "Linienstil" und waehle bei Aufsatzstil und Verbindungsstil erstmal das mittlere (runde Boegen) aus. Gehrung/Limit lass ich einfach so, weil ich eh nicht kapier, was das tut. Bei dem Strichmuster klick dir etwas zurecht, was wie zwei gleichmaessig lange Stiche aussieht. Vergiss auch nicht den Abstand an einer der beiden Seiten, schliesslich wird dieses Muster wiederholt. Hier meine Einstellungen:
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Klick auf "Nachfahren" und - oh Wunder! - wir haben erstmal Stiche. Die sind aber noch weiss und nicht orange.

Loesch die Textebene, heb die Auswahl auf und duplizier die Ebene Schriftzug. Nenn das Duplikat "Schriftzug bunt". Aktivier "Schriftzug bunt", mach ein Haekchen bei "Transparenz erhalten" und fuell die Ebene mit dem Fuelleimer und einem orangebunten Pattern. Das Standardpattern "Burlwood" eignet sich hervorragend! Sieht ein wenig dumpf aus? Das aendern wir gleich.

Erstelle eine neue, schwarze Ebene unter der Ebene "Schriftzug" und nenne diese "Schriftzug grau". Vereine "Schriftzug" nach unten mit "Schriftzug grau" und zeichne "Schriftzug grau" ein wenig weich (Filter -> Weichzeichnen -> Gauss'scher Weichzeichner, Radius 3 Pixel).

Mach "Schriftzug bunt" aktiv und benutze den Bumpmap-Filter und nehme als Bumpmap die Ebene "Schriftzug grau". Bei den Einstellungen vertraue voll und ganz auf den eigenen Geschmack (zur Not tuns die Standardwerte oder die Einstellungen von der Patternerstellung auch). Klasse! Jetzt noch die Ebene "Schriftzug grau" ueber "Schriftzug bunt" setzen, deren Ebenenmodus auf "weiche Kanten" setzen und nach unten mit "Schriftzug bunt" vereinen.

Der Schriftzug sieht einigermassen gut aus, aber irgendwas fehlt noch... achja! Schlagschatten! Aber bevor wir uns durch dieses Script hampeln, machen wir den Schlagschatten mit zwei Handgriffen selber. Duplizier die Ebene "Schriftzug bunt", nenn das Duplikat "Schriftzug Schatten" und schieb es unter "Schriftzug bunt". Zeichne die Ebene etwas weich (Radius etwa vier Pixel) und faerb sie in schwarz ein. Jetzt noch mit dem Verschiebekreuz einen Pixel nach links und einen nach unten schieben.

Das sieht nun in etwa folgendermassen aus: Galeriebild

Wenn du damit zufrieden bist, kannst du die Ebenen "Schriftzug bunt" und "Schriftzug Schatten" mit B vereinen. Denk dran, die Ebene anschliessend auf Bildgroesse zu setzen, da wir den Schatten ja verschoben haben.

Nachdem du jetzt das Prinzip verstanden hast, sollte es eine Kleinigkeit sein, der Ebene B noch eine gestickte Doppelnaht knapp ueber der Unterkante zu verpassen. Tip: Forme die Doppelnaht mit einem geschlossenen Pfad, den du rechts ueber das Bild hinausgehen laesst. Versuche dabei nicht auf Krampf perfekt zu sein!

Das selbe wiederholst du natuerlich auch fuer die Doppelnaht am rechten Ende von A.

In diesem orangenen Garn gibt es haeufig Dekoornamente auf den hinteren Hosentaschen. Diese lassen sich sehr einfach mit Pfaden nachbauen.

Fehlen noch die Stiche der Innennaht auf C. Dazu erstelle eine neue, schwarze Ebene ueber C und nenne sie Innenstiche. In der Pfadliste aktiviere den Pfad, den wir gerade schon zum Erstellen der Naht benutzt haben (Innennahtspfad) und fahre diesen nach. Diesmal zwar mit weiss, aber mit folgenden Nachzieheinstellungen:
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Zeichne Innenstiche weich (4 Pixel Radius) und spiele anschliessend mit Ebenen -> Farben -> Werte, bis dir die Form zusagt. Nimm dann das Tool "Auswahl nach Farbe", klicke mitten in den schwarzen Teil der Ebene und waehle so den groessten Teil um die Stiche herum aus. Da Auswahl nach Farbe kein Antialiasing hat, schalte schnell auf die Quickmask und zeichne die Auswahl etwas weich, bevor du die Quickmask wieder ausschaltest und den schwarzen Teil von Innenstiche per Bearbeiten -> loeschen wegschneidest.

Unsere Stiche sind jetzt allerdings eindeutig ZU weiss. Faerb die Ebene Innenstiche in blaugrau ein und setz eventuell auch die Deckkraft ein wenig herunter, bevor du sie mit C vereinst.

Am Ende von Teil 3 sieht unser Gesamtwerk so aus:


Teil 4: Dekorationen - Jetzt haben wir Spass mit Details!

Unser Bild ist ja schon ganz anstaendig, aber immer noch etwas fade. Dabei kann man gerade bei Jeans noch eine Menge Details aufbringen. Ich will hier einige vorstellen, um ein paar Ideen zu wecken.

Um ein Detail auszuprobieren, erstell es am besten in einem separaten Bild. Wenn es fertig ist, kannst du es in das Hauptbild einfuegen.

Zuerst ein netter Aufnaeher: Erstellen wir ein neues Bild in der Groesse 300x300 und zeichnen auf einer transparenten Ebene mit Auswahlen und Pfaden ein logoaehnliches Bild aus klaren, einfachen Formen. Etwa sowas hier:
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Schwarz bitte vermeiden, stattdessen dunkelgrau nehmen.

Lass ueber dieses Bild den Filter Gimpressionist laufen. Leider kann ich die Einstellungen bei mir nicht abspeichern, ohne dass Gimp abstuerzt, aber nimm einen laenglichen Pinsel und nur eine Strichrichtung. Danach hast du etwas aehnlich dem hier:
Galeriebild

Stickereien lassen sich ganz genau so erstellen.

Schauen wir uns Knopfloecher an. Knopfloecher sind auch nicht viel anders zu erstellen. Pinsel die Grundform in grau und weiss auf, duplizier die Ebene, benutz den Gimpressionist und danach setz das Duplikat auf einen schicken Ebenenmodus.

Wie man Knoepfe macht - dazu gibts hier mehrere Tutorials und vermutlich koennt ihr das sowieso besser als ich. Das, was einen standard-Homepage-Button zu einem Jeansknopf macht, ist ein passender Schlagschatten.

Fehlt noch ein dekoratives Loch. Und damit mein ich nicht diese uncoolen, reingeschnittenen Pseudoloecher (macht man das heut noch? - bezweifle es fast), sondern diese abgewetzte, fadenscheinige Stelle.

Erstelle ein neues Bild (300x300) und benutz den Filter Render -> Wolken -> plastisches Rauschen mit einem sehr niedrigen x- und sehr hohen y-Wert und Turbulenz eingeschaltet. Spiel mit Ebene -> Farben -> Werte herum, bis du ein streifiges Muster hast. Anschliessend waehlst du mit dem Lasso grob die Form fuer das Loch und fuegst der Ebene eine Maske (Auswahl) hinzu. Ein paar Details mit Radiergummi und Airbrush runden unser Loch ab, das eingefaerbt auf unser Bild gebracht wird.

So!

Wer mag, kann noch ein bisschen mit Filter -> Abbilden -> Verschieben... spielen, oder dem Stoff noch mehr Tragespuren hinzufuegen. Ich erklaere mein Bild einfach mal fuer fertig, weil ich es in Ordnung finde (und so langsam Hunger bekomme).


Viel Spass beim Nachbauen! Du baust es doch nach, oder? Komm mir nicht mit "dauert zu lange, das auszuprobieren" an! Hast ja keine Ahnung, wie lange es gedauert hat, das zu schreiben... *irrkicher*.

Geändert von Libella (01.01.2007 um 20:36 Uhr)
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