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Alt 18.12.2018, 17:33   #3
ursa major
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Hi jonypony!

Für den Weiß-/Grau-/Schwarzabgleich gibt es verschiedene Möglichkeiten. Einmal die händische, dann die automatische und schließlich die mit den Pipetten, die irgendwo dazwischen liegt (nicht ganz automatisch, aber auch nicht ganz händisch). Bei Weiß- und Schwarzabgleich geht es darum, die Farbwerte der Pixel eines Bildes, das in den Höhen, also den hellsten Bildteilen, nicht hell genug und/oder in den Tiefen, also den dunkelsten Bildteilen, nicht dunkel genug ist in ihrer Varianz so zu optimieren, dass Höhen und Tiefen möglichst optimal eingestellt und die anderen Pixel im richtigen Verhältnis dazu angepasst sind. Man spricht hier von "Tonwertspreizung". Um diese Manipulation vorzunehmen gibt es verschiedene Möglichkeiten. Ich würde zunächst mal den Dialog "Werte" empfehlen (entspricht dem Dialog "Tonwertkorrektur" in Photoshop). Profis bevorzugen meist den Dialog "Kurven" (entspricht den "Gradationskurven" in Photoshop), der vielseitiger aber auch etwas komplizierter ist.

Am einfachsten ist es natürlich den Abgleich automatisch durchzuführen. Dazu klickt man einfach unten im Dialog auf "Automatische Quellwerte", was auch oft befriedigend funktioniert. Aber halt nicht immer. In dem Fall kannst Du die Pipetten rechts daneben benutzen. Wenn Du die Pipette für den Schwarzabgleich anklickst und dann auf die dunkelste Bildstelle klickst, wird ein Schwarzabgleich durchgeführt. Wenn Du mit der Pipette für den Weißabgleich auf die hellste Bildstelle klickst, entsprechend ein Weißabgleich.

Wenn auch das keine befriedigenden Ergebnisse liefert oder Du nicht auf die Automatismen vertrauen willst, kannst Du das mittels des Balkens "Quellwerte" und dessen linkem und rechtem Regler machen, indem Du diese nach innen verschiebst. Die Histogrammkurve, die Du an diesem Balken sehen kannst repräsentiert die Pixelverteilung der verschiedenen Helligkeitswerte. Wenn die Kurve links nicht bis zum Ende des Balkens reicht, heißt das, dass ihr zum echten Schwarz hin Werte fehlen. Ist das rechts der Fall, fehlen Werte zum Weiß hin. Das Bild ist dann tendenziell etwas kontrastarm und matschig. Die beiden erwähnten Regler repräsentieren Schwarz und Weiß. Schiebst Du sie an die Enden der Kurve, dann reicht sie von Schwarz bis Weiß. Dabei werden allerdings die Tonwerte gespreizt, das heißt auseinandergerückt, wobei Tonwerte verloren gehen, so dass Lücken im Histogramm entstehen. Wenn Du zusätzlich zum Dialog "Werte" auch den andockbaren Dialog "Histogramm" öffnest (Menü "Fenster" > "Andockbare Dialoge" > "Histogramm"), kannst Du das in Echtzeit sehen. Diese Lücken sollten niemals zu groß werden, weil das im schlimmsten Fall zu einer sogenannten "Posterisierung" führen könnte. Was bedeutet, dass das Bild so wenig Tonwerte enthält, dass die verbliebenen als hart konturierte, einfarbige Flächen in Erscheinung treten (wie Posterisierung aussieht kannst Du auch mit dem gleichnamigen Filter im Menü "Farben" simulieren). Man sollte diese Funktion also nicht zu stark und auch nicht zu oft auf ein Bild anwenden. Übrigens kann man die Lücken im Histogramm ein wenig abmildern indem man das Bild um eine Winzigkeit skaliert. Ein paar Pixel genügen da schon. Auch damit sollte man aber vorsichtig sein, weil Skalieren immer einen Verlust an Schärfe bedeutet.

Den mittleren Regler des Balkens "Quellwerte" benutzt man vor allem zum Aufhellen und Abdunkeln des Bildes. Er entspricht dem Grauabgleich.

Der Grauabgleich ist eine etwas andere Geschichte. Die Pipette "Graupunkt" verändert nämlich auch den Farbton. Die Bildstelle, die man damit anklickt, sollte einen neutralen Grauton (ca. 50%) enthalten, damit das nicht passiert.

Noch ein Wort zum Balken "Zielwerte". Weil bei der Schwarz- und Weißpunktkorrektur oft wirklich 100%ig schwarze und weiße Pixel entstehen und das im Druck zu Problemen führen kann, wird die Tonwertspreizung für den professionellen Druck in der Regel wieder ein kleines bisschen abgemildert, so dass in den hellsten und dunkelsten Bildstellen noch Rasterpunkte erkennbar sind. Das sollte man aber unter Berücksichtigung der konkreten Drcuckverfahren und verwendeten Rastergrößen machen. Dies also im Zweifel lieber der Druckerei Deines Vertrauens überlassen.

Auf die Möglichkeit die Farbkanäle getrennt zu bearbeiten gehe ich hier jetzt nicht weiter ein. Man kann damit auch z.B. Farbstiche beseitigen. Aber das ist ein etwas anderes Thema.


Edit: Noch ein Tipp: Wenn Du Schwierigkeiten hast die hellste und dunkelste Bildstelle zu finden, kannst Du die Bildebene einfach duplizieren und mit dem Dialog "Schwellwert" (Menü "Farben") nach der hellsten/dunkelsten Bildstelle suchen indem Du den Regler in der Mitte des Balkens nach links verschiebst, bis nur noch ein Minimum an Schwarz übrig bleibt, was dann logischerweise die dunkelste Stelle des Bildes sein muss. Diese kannst Du mit einem Prüfpunkt markeren, den Du Dir mit gehaltener Strg-Taste aus den Linealen ziehen kannst. Das gleiche für die hellste Bildstelle, indem Du den Regler nach rechts ziehst. Danach machst Du diese Ebene unsichtbar oder löschst sie und klickst mit den entsprechenden Pipetten auf die Prüfpunkte.

Geändert von ursa major (18.12.2018 um 17:45 Uhr) Grund: Noch ein Tipp
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