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Alt 15.04.2008, 17:20   #1
Mefisto
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Standard Umstieg von Windows auf Kubuntu - Erfahrungsbericht

Hallo!

Ich habe vor einer Woche endlich den Sprung von Windows XP zu Kubuntu gewagt. Inzwischen funktioniert auch alles ganz gut, nachdem ich viel umstellen musste... Da auch ich als Windows Nutzer mir ein paar mehr Erfahrungsberichte zum durchlesen vor diesem Schritt gewünscht hätte, will ich hier einfach mal jene Erfahrungen und Eindrücke meinerseits anderen interessierten Umsteigern zur Verfügung stellen. Warum hier? Weil mir das GIMP-Forum von den Internet-Foren, in denen ich angemeldet bin, am vertrautesten ist und GIMP ja auch nicht wenig mit Linux zutun hat.

1. Installation

Die Installation lief erstaunlich einfach ab. Es gab weder Probleme noch schwierige Aufgaben, die es zu erfüllen galt. Nachdem ich von der LiveCD gestartet hatte konnte ich direkt die schöne Oberfläche von KDE bewundern, die mir persönlich nach dieser Woche Test als ehemaliger Windows-Nutzer doch mehr zuspricht als die alternative "Gnome". Vor der Installation konnte ich also über die LiveCD schon einmal ein paar Eindrücke gewinnen, die ich jedoch der Reihenfolge wegen erst nach der Installation mitteilen werde.
Die Installation konnte ganz einfach über den "Install"-Button auf dem Desktop gestartet werden. Es öffnet sich ein kleines Fenster, in dem der Benutzer übersichtlich Schritt für Schritt durch die Installation geführt wird. Der aus Erfahrung schwierigste Teil bei normalen Linux-Installationen war das so genannte Partitionieren, also das Aufteilen der Festplatte in mehrere Festplatten (natürlich nur virtuell) und das Erstellen der Linux-Partitionen. Diser Schritt konnte auf Wunsch ganz dem PC überlassen werden; es musste lediglich die Festplatte ausgewählt werden, auf der Kubuntu installiert werden sollte. Auch die weiteren Schritte der Installation stellen keine Herausforderung dar: Nachdem alle Benutzereinstellungen vorgenommen wurden, wurde Kubuntu installiert. Dies geschah komplett automatisch und dauerte nicht länger als eine halbe Stunde. Nach der Installation ploppte ein Hinweisfenster mit den Anweisungen für das weitere Verfahren auf, das mir auf Grund des Inhalts sehr imponierte: Neustarten, fertig

2. Das erste Starten

Gesagt, getan: Nach dem Neustart, der Reibungslos funktionierte, wurde ich von einem netten Login-Screen begrüßt. Die bei der Installation angegebenen Daten wurden hier direkt abgefragt. Grafisch kann Windows mit dem Login-Screen also schon einmal nicht mithalten . Nach dem Log-In vielen mir gleich zwei Dinge auf: Das erste merkwürdige: Der Desktop war außergewöhlich leer. Keine Standardanwendungen wie z.B. OpenOffice, Konqueror oder wenigstens eine Verknüpfung zum Dateimanager von Kubuntu; einfach nur ein leerer Desktop. Das Zweite: Die Taskleiste unterscheidet sich zwar von den Funktionen her nicht großartig von der in WIndows, jedoch ist das Aussehen sehr unterschiedlich. Die Taskleiste von Kubuntu (Programmname: kicker) ist ZWEI Zeilen hoch; es werden also z.B: zwei Zeilen der aktiven Programme angezeigt. Dies nimmt zwar etwas mehr Platz weg, ist aber dafür enorm praktisch: Es sorgt für mehr Übersichtlichkeit und schafft unter Windows nie vorhanden gewesenen Platz für Schnellstartverknüpfungen.

3. Grafisch

Grafisch hat Kubuntu meine Erwartungen übertroffen; und deffinitiv auch das Design von Windows XP. Das Standarddesign ist schlicht gehalten und wirkt elegant. Ebenfalls Schnick-schnack, der bei Windows fehlt, sind Desktopeffekte (wie z.B. leicht heranzoomende Icons beim anklicken).
Allerdings muss ich an dieser Stelle auch Kritik bezüglich der ATI-Treiber los werden. Ich habe alles probiert, die ATI-Treiber zu installieren. Jedoch scheinen diese unter Kubuntu nicht zu funktionieren. Somit bleibt mir lediglich der Standardtreiber "vesa", der zwar grundlegende Funktionen, jedoch keine 3D-Effekte unterstützt. Daher muss ich leider auf 3D-Spiele und Anwendungen verzichten. Videos sind jedoch abspielbar!

4. Programme

Die bei Kubuntu mitgelieferten Programme sind alle gut und kostenlos. So ersetzt z.B. das OpenSource-Programm OpenOffice.org das unter Windows bekannte Office. Programme für Textbearbeitung, Internet, Chat, E-Mail, etc. sind schon mitgeliefert. Wem das nicht reicht, der kann über den Adept-Manager nach Software suchen und diese installieren. Diese Installation hat einen Vorteil: Es wird keine auszuführende Installationsdatei heruntergeladen, die ihre eigene Installation durchführt, sondern lediglich ein Paket mit den Spieldaten, die von einem Standard-Installationsprogramm nach dem Download automatisch entpackt, kopiert und installiert werden. Datenmüll durch Installationsanwendungen kann somit leichter vorgebeugt werden als unter dies unter Windows noch der Fall war.
Sollten Pakete nicht in den vorinstallierten Listen aufgelistet sein, also können nicht über die Suche im Adept-Manager gefunden werden, wird die Installation jedoch kompliziert und ist für Anfänger nicht geeignet.

5. Hardware

Neben den oben schon erwähnten Problemen mit meienr ATI-Grafikkarte wurde all meine Hardware automatisch erkannt und funktioniert einwandfrei. Das einzige Problem, das weiterhin besteht, ist, dass Kubuntu meine externe Festplatte nicht automatisch mountet und auch manuell damit Probleme hat. Bevor ich zur Lösung dieses Problems komme, möchte ich kurz noch das Dateisystem unter Linux erklären; dieses Unterscheidet sich nämlich maßgeblich von dem in Windows.

In Windowswerden externe Speichermedien einem Buchstaben zugeordnet, unter dem Sie, auch beim manuellen eingeben des Pfades, erreichbar sind, z.B.:

externe Festplatte "H:/", interne Festplatte "C:/"

In Linux geht alles von einem einzigen Verzeichisstamm aus, das heist alles liegt im /root/-Ordner. Eine Festplatte, die außerhalb dieses Stammes liegt, kann nicht erkannt werden; daher muss die Festplatte in diese Verzeichnisstruktur eingebunden werden. Anstatt dass wir über H:/ auf unsere Festplatte zugreifen können, muss diese nun in die Verzeichnisstruktur integriert werden, das sogenannte mounten. Nach dem Mounten wäre die Festplatte z.B. unter dem Pfad /root/media/externalDrive erreichbar.

Dieses besagte Mounten hat bei mir nicht funktioniert. Ich habe das Problem folgendermaßen gelöst:

Ich habe im root Verzeichnis (einfach nur "/") einen neuen Ordner mnt erstellt. In diesem nun den Ordner external (sieht danach so aus: /mnt/external). Dafür muss ein neues Konsolenfenster geöffnet und folgender Befehl eingegeben werden:

Code:
sudo mkdir /mnt/external
Ihr werdet nach eurem Passwort gefragt werden.
Danach habe ich die Festplatte in dieses Verzeichnis gemountet:

Code:
sudo mount /dev/sdb5 /mnt/external
Ersetzt das sdb5 durch die Bezeichnung, die unter Dolphin (dem Dateiverwaltungsprogramm) in der Adressleiste steht, wenn ihr versucht die Festplatte zu öffnen). Danach ist die Festplatte gemountet und ihr könnt normal auf diese zugreifen.

6. Konfiguration

Was mir von Anfang an sehr gefallen hat waren die Möglichkeiten, das Betriebsystem nach eigenen Vorstellungen zu konfigurieren. So kann man z.B. umfangreich Änderungen an Desktop und Taskleiste vornehmen, aber auch sehr viele Systemeinstellungen ändern. Es bieten sich Verwaltungsmöglichkeiten, die es unter Windows nie gegeben hat. Auch durch die Konsole, die zwar etwas komplizierter ist, aber an die man sich schnell gewöhnen kann, kann man viel verändern.


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Insgesammt kann ich nach einer Woche des Testens sagen, dass ich mit Kubuntu sehr zufrieden bin. Das ich keine Spiele spielen kann stört mich zwar etwas, aber die Funktionen, die mir Kubuntu dafür gibt, sind es mir wert.
Ich werde diesen "Testbericht" im Laufe der Zeit noch ausführlicher Gestalten. Sollten inhaltliche Fehler enthalten sein, könnt ihr mich gerne darauf hinweisen.

Liebe Grüße,

Jonathan

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T R O U B L E S H O O T I N G ----------------------------------------------------
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Da ich mit Kubuntu Anfangs viele Probleme hatte und auch immer noch habe und eigentlich davon ausgehe, dass dies bei allen Linux-Anfängern so ist, werde ich hier einfach mal so einige meiner behobenen Probleme mitteilen, inklusive den Lösungsweg, den ich benutzt habe.

- Synchronisieren eines Palms (speziell: z22)

Das Synchronisieren eines Palm Pilots unter (K)Ubuntu ist ein schwieriges Thema. Im Internet kann man nur wenig über dieses Thema finden und auch ich musste mir inzwichen über einen Tag meine Anleitung zusammenbasteln. Daher gehen wir nun Schritt für Schritt vor:

Als erstes müssen wir uns Fragen: Mit was wollen wir überhaupt Synchronisieren? Unter Windows gibt es die Palm Desktop Software, die Palm Inc. zur Verfügung stellt. Diese ist jedoch leider nur für Windows und Mac geeignet. Also: Wir brauchen ein Synchronisationsprogramm. Unter Ubuntu ist dies "Evolution", unter Kubuntu "Kontact". Dieses Programm ist standardmäßig vorinstalliert. Um uns schonmal damit vertraut zu machen und zu entdecken, was wir da überhaupt in Zukunft für die Synchronisation verwenden werden, starten wir das Programm über das K-Menü->Internet->Kontact. Experimentiert etwas damit herum, lernt es kennen. Es unterscheidet sich von der Desktop-Software für Windows und Mac, jedoch meiner Meinung nach nur positiv.

Ok, nun genug die Desktop-Software bestaunt, jetzt gehts weiter. Als nächstes brauchen wir das Programm, das letztendlich die Daten vom Palm auf den PC kopiert und umgekehrt; also den eigentlichen "HotSync" durchführt. Unter Windows ist die gleichnamige Anwendung "HotSync" dafür zuständig. Es gibt für (K)Ubuntu mehrere solcher Anwendungen, jedoch integriert sich meiner Meinung nach das Tool "KPilot" am besten in unser Desktop-Programm "Kontact". Also Installieren wir dieses über die Konsole. Ihr könnt folgende Befehle kopieren:

sudo apt-get update
sudo apt-get install kpilot

Diese Zeilen bewirken das selbe, als wenn ihr über den Adept-Paketmanager nach "KPilot" sucht und diesen Installiert. KPilot ist nun installiert.

BITTE LEST AB JETZT DIE ANLEITUNG SEHR SORGFÄLTIG DURCH!!!!!!

Wenn wir KPilot das erste Mal starten können wir gleich die Einstellungen vornehmen. Gebt in das Feld "Benutzername" euren Hotsync-Namen ein (z.B. Hans Mustermann). Ihr findet diesen heraus, indem ihr auf eurem Palm die Anwendung "HotSync" startet und oben rechts den Namen ablest. In das Feld "Gerät" gebt ihr "/dev/pilot" ein. Bestätigt mit "Weiter" und wählt danach "PIM-Anwendung von KDE (Kontact)" für Kubuntu aus. Für Ubuntu-Benutzer natürlich den darunter stehenden Eintrag. Stellt sicher, dass euer Palm nicht mit dem PC verbunden ist und bestätigt eure Eingabe. KPilot startet und versucht, sofort einen HotSync durchzuführen. Dieser HotSync würde wahrscheinlich nicht funktionieren, so war es jedenfalls bei mir, und eventuell sogar den Palm zum Absturz bringen. Sollte dies während der Anleitung einmal der Fall sein, könnt ihr euren Palm mit der Reset-Taste neu starten. Dabei gehen keine Daten oder Einstellungen verloren. In KPilot wählt ihr jetzt Einstellungen->KPilot einrichten.... Aus der Liste links wählt ihr den Einstellungspunkt "Gerät". Rechts findet ihr daraufhin ein Auswahlfeld "Kodierung". Setzt dieses auf Westeuropäisch (iso 8859-15), den letzten Eintrag in der Liste. Die Kodierung sind die Zeichen, die auf dem Gerät verwendet werden. Voreingestellt ist eine Kodierung, die keine Umlaute unterstützt; daher würden bei einem HotSync alle Umlaute durch ein Symbol (z.B. ein Kästchen) ersetzt werden. Ich musste diesen anfangs von mir gemachten Fehler durch manuelles Umändern aller Kästchen in die richtigen Umlaute beheben, was bei vielen Einträgen auf dem Palm sehr lästig werden kann. Somit ist nun alles für einen HotSync erledigt. Doch auch dieser hat es in sich:

Verbindet den Palm mit dem PC und SCHLIEßT KPILOT! Drückt nun den HotSync-Knopf an eurem Gerät. Das Gerät versucht nun, eine Verbindung zum PC herzustellen. Während dieser Phase (dauert etwa 1 Minute) müsst ihr KPilot starten. KPilot versucht automatisch einen HotSync durchzuführen und entdeckt dabei, dass euer Palm versucht, eine Verbindung zum PC herzustellen. Die Synchronisation sollte nun starten. Also merken: ERST HOTSYNC AM GERÄT. DANN KPILOT.

Sollte alles erfolgreich eingestellt worden sein, so solltet ihr nun eure Termine, Kontakte und weitere Daten vom Palm in Kontact (oder Evolution) sehen und bearbeiten können. Zum Synchronisieren müsst ihr immer KPilot verwenden, Evolution alleine ist dazu nicht in der Lage.

Geändert von Mefisto (16.04.2008 um 23:07 Uhr) Grund: Ergänzung
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